Sexueller Missbrauch
Was ist sexueller Missbrauch?
Sexualmissbrauch ist die Beteiligung abhängiger, von der Entwicklung her noch unreifer Kinder und Jugendlicher an sexuellen Aktivitäten, die sie noch nicht wirklich verstehen und zu denen sie noch keine bewusste Einwilligung geben können.
Welche Aktivitäten fallen unter sexuellen Missbrauch?
Anreden in sexueller Weise
Das Zeigen von pornographischen Medien
Das Vorzeigen von Genitalorganen in sexueller Absicht
Sexuelle Handlungsweisen
Aktivitäten mit Körperkontakt
Berührungen an Körper- oder Genitalregionen mit sexueller Absicht
Masturbatorische Handlungen bis zum Anal-, Oral- und Geschlechtsverkehr
Wer sind die Täter?
Der "Missbraucher" ist meistens jemand der nicht auffällt und sich überall anpasst. Kurz - eine ganz normale, liebe Person. Nur selten sind es geistig gestörte Triebtäter. In 90% der Fälle ist der Täter den Kindern bekannt. Aus dem engsten Familienkreis sind es 60% der Fälle. Andere sind Nachbarn, Lehrer oder Freunde der Eltern, und nur 8% sind Fremde.
Welche Kinder sind gefährdet?
Die Täter wählen sich ihre Opfer nach bestimmten Charaktertyp und "gutem Verhalten" aus. Ihre Verschwiegenheit, ihre Zuverlässigkeit und ihren Gehorsam nutzt der Täter aus. Auch Kinder in schwierigen Lebenssituationen (Schul- oder Familienprobleme, Umzug,etc.) werden oft von den Tätern gezielt gewählt.
Acht Risikofaktore in Familien
eine sexualfeindliche Erziehung
einen Stiefvater zu haben
die zeitweise Abwesenheit der Mutter
eine kühle distanzierte, häufig kranke Mutter
Mangel an väterlicher Zärtlichkeit
geringe Bildung der Mutter
Isolation des Opfers
Die häufigsten Tatorte
Schule und ihre nähere Umgebung
Elternhaus
Haus von Verwandten oder Bekannten
Welche Auswirkungen hat es auf die Opfer?
Ganz besonders traumatisch ist für ein Kind die sexuelle Ausbeutung durch eine vertraute Person. Es kann nicht verstehen, warum der Mensch, den es gern hat, es schamlos ausnutzt um sein Bedürfniss zu befriedigen. Das Kind ist verwirrt, gedemütigt und verletzt und fühlt sich oft sogar selbst schuldig. Es lebt in ständiger Angst vor erneutem Missbrauch. Es fürchtet, dass ihm niemand glauben wird, deshalb schweigt es. Deshalb sollte bei einer plötzlichen, starken Verhaltensveränderung immer auch sexueller Missbrauch in Erwägung gezogen werden. Je nach Schweregrad des Missbrauchs können psychische Probleme, selbstzerstörerische Verhaltensweisen, psycho-somatische Probleme, Beziehungsprobleme oder sexuelle Schwierigkeiten entstehen.
Zeichen und Symptome
Blaue Flecken, Risswunden
Anormale anale oder vaginale Ausflüsse und Blutungen
Wiederholte Entzündungen im Genital-bereich
Ängste und Fobien
Auffälliges Verhalten
Kontrollverlust der Schließmuskel
Selbstbefriedigung und auffälliges sexuelles Verhalten das nicht dem Alter des Kindes entspricht
Was tun bei einem Verdacht?
Jedes vierte Kind erlebt irgendeine Form des sexuellen Missbrauchs. Seien Sie also aufmerksam. Sexuelle Übergriffe galten früher als das bestgehütete Geheimnis. Heute werden Täter bestraft. Falls Sie einen Verdacht haben oder von einem Missbrauch erfahren, könnten folgende Ratschläge hilfreich sein:
Ruhe bewahren. Überstürzen Sie nichts und nehmen Sie sich Zeit für ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Kind. Bleiben Sie ruhig und sachlich und erklären Sie dem Kind, warum es solche Handlungen nicht dulden braucht.
Glauben Sie Ihrem Kind, wenn es von sexuellen Übergriffen erzählt. Normalerweise erfinden Kinder keine Geschichten, die sie nicht aus ihrer Erfahrung kennen.
Geben Sie Ihrem Kind nie die Schuld für das, was geschehen ist. Die Verantwortung für eine sexuelle Annäherung liegt immer beim Erwachsenen.
Suchen Sie Hilfe für sich und Ihr Kind. Vor allem, wenn der sexuelle Übergriff in der Familie geschieht, braucht es viel Überwindung, um darüber zu sprechen.
Schützen Sie Ihr Kind vor weiterem Missbrauch
Zeigen Sie den Täter an, wenn eine weitere Gefährdung besteht.
Vorbeugende Massnahmen
Erziehungshilfen
Es ist wichtig was Ihr Kind denkt und fühlt
Es soll über alles sprechen dürfen, was es bewegt. Merkt Ihr Kind, dass Sie seine Sorgen und Gefühle ernst nehmen, so ist die Chance groß, dass es auch von einem "eigenartigen Erlebnis", das es selbst nicht richtig versteht, erzählt.
Ihr Kind soll wissen, dass es Nein sagen darf zu allen Berührungen, die ihm unangenehm sind.
Schon kleine Kinder wissen, wann sie von Berührungen genug haben: Sie wenden den Kopf ab, schlagen um sich oder beginnen zu schreien. Wir Erwachsenen sollten dieses respektieren, denn dadurch werden Kinder ermutigt, ihre Intimsphäre zu verteidigen.
Ihr Kind muss wissen, dass es Erwachsene gibt, die Kinder sexuell ausbeuten
Für Kinder ist es nötig zu wissen, dass es Menschen gibt, die Kinder missbrauchen. Erklären sie sachlich, dass es sogar Personen sein können, die es gut kennt und vielleicht auch mag.
Ihr Kind soll wissen wo und bei wem es sich Hilfe holen kann
Kinder werden oft vom Täter eingeschüchtert und bedroht, falls es etwas ausplaudern sollte. Dann ist es besonders wichtig, dass Ihr Kind weiß, dass seine Eltern ihn vor dem Täter beschützen werden. Auf keinen Fall darf man dem Kind Vorwürfe für sein Verhalten machen.
Unsere Hoffnung
Sexueller Missbrauch - was hinter diesem Wort "Missbrauch" steht, kann keiner der nicht selbst betroffen ist ermessen. Menschen die Hilfe suchen, haben meistens schon einen langen schweren Weg und viele Versuche hinter sich, diese schreckliche Erfahrung loszuwerden.
Unser alleiniges Anliegen ist es, dieses Schweigen, dieses so gut gehütete "dunkle Geheimnis" zu brechen, denn nur dann kann Heilung erfolgen. Wir möchten Wege zeigen, wie Heilung auch in die tiefsten Tiefen der Zerstörung hineinkommen kann. Gottes Liebe kann erste Vertrauensschritte ermöglichen. Wir dürfen wissen: Gott will heilen!
"Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben." Psalm 34, 19
Wenn Sie mehr Informationen oder Hilfe benötigen, wenden Sie sich bitte ans Sanatorium Eirene. Wir sind gerne bereit zu helfen.